25.05.2017

Yachthafen Grömitz
Yachthafen Grömitz

Die Gemeinde Grömitz feierte im Jahre 2013 das 200-jährige Jubiläum als Seebad.

Das Dorf Grömitz ist natürlich viel älter. Die Nicolaikirche ist kurz nach 1200 aus Feldsteinen aufgebaut worden. Vermutlich ist sie im Dreißigjährigen Krieg ausgebrannt und verlor damals ihren ehemals spitzen Turm.

Um 1300 gab es in Grömitz die landesherrliche „Veste to de Grobenizze“, und im 15. Jahrhundert hatte Grömitz lübsches Stadtrecht und führte damals schon das heute noch gebräuchliche Wappen mit dem halben Lübschen Doppeladler und dem halben Schaumburger Nesselblatt. 1492 wurde die Grömitzer Bürgergilde als Schützen-, Brand- und Totengilde gegründet.

1836 war in den „Wagrisch-Fehmarnschen Blättern“ eine Anzeige zu lesen, in der der Schuhmacher Kröger Badekarren und „Einrichtungen für warme Seebäder“ anbot. Die Badewannen standen in einer Holzbude am Strand und das Wasser wurde in Eimern aus der Ostsee geholt.

Die große Ostsee-Sturmflut von 1872, die an der gesamten schleswig-holsteinischen und mecklenburgischen Küsteerheblichen Schaden anrichtete, und der anschließende Deichbau vor der Klosterseeniederung von Grömitz bis Kellenhusen veränderten das Bild des Grömitzer Strandes.

Der große Bauboom begann um die Wende ins 20. Jahrhundert. Der wirtschaftliche Aufschwung im deutschen Kaiserreich ermöglichte immer mehr Bürgern eine Urlaubsreise und die See als Reiseziel wurde immer bekannter. In Grömitz bauten Handwerker und Landwirte ihre Häuser zu Pensionen und Hotels um.

1912 entschloss sich ein Konsortium Grömitzer Bürger, eine 480 Meter lange „Dampferbrücke“ zu bauen, die ein bequemes Anreisen über Lübeck-Travemünde mit dem Dampfer ermöglichte. Die Zahl der Gäste stieg sprunghaft in die Höhe, und für nahezu drei Jahrzehnte war diese Route der meistbenutzte Anreiseweg.

Durch die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg standen viele Bäder von Mecklenburg bis Ostpreußen nicht mehr zur Verfügung, und so erlebten die Ostseebäder in  Schleswig-Holstein einen bis dahin unbekannten Zuspruch. Auch für Grömitz begann noch einmal nahezu ein Neuanfang. Die Anzahl der Gästebetten in Hotels, Pensionen und Privathäusern wurde der Nachfrage entsprechend erweitert, und für die „moderne Form des Reisens“ entstanden Campingplätze.

Die Anerkennung als Ostseeheilbad, der Bau des Kurmittelhauses, der Schwimmhalle, des damaligen Brandungsbades und Freibades, die Grömitzer Welle, der Yachthafen, die Verlängerung des Strandes und der Promenade, wiederholter Neu- und Erweiterungsbau der Seebrücke, Ausbau der innerörtlichen Infrastruktur und kontinuierliche Verbesserungen und Neuerungen der touristischen Einrichtungen verhalfen dem Fremdenverkehr zu seiner heutigen Größe.

Längst ist Grömitz das vielseitigste Seebad an der Ostseeküste. Das gilt besonders für seine abwechslungsreiche Umgebung vom kilometerlangem Sandstrand über Wälder und herrliche Wanderwege durch die ostholsteinische Knicklandschaft bis hin zum ehemaligen Benediktinerkloster in Cismar, das zu einem weithin bekannten Kulturzentrum ausgebaut wurde.

Ihr

Mark Burmeister

(Bürgermeister)